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Geburtstag mal anders: Der Jochberg ruft!

Eigentlich wollte ich meinen Geburtstag dieses Jahr gar nicht feiern. Ich war nicht in Stimmung für Restaurant, Kneipe oder Party. Aber den Tag zuhause zu verbringen, war auch nicht sehr verlockend. Dann spielte mir der unglaubliche Spätsommer die Lösung in die Hände: Natürlich! Ab auf den Berg!

Das Ziel war schnell gefunden. Die Gegend rund um den Walchensee hatte mich bereits bei meinem ersten Besuch auf dem Herzogstand trotz dichter Wolkendecke verzaubert. Diesmal sollte es der auf der gegenüberliegenden Seeseite liegende Gipfel, der Jochberg, werden: Leichte Wanderung, entspannte Länge für einen Tag, wunderbarer Ausblick, kaum Forststraßen und eine Einkehrmöglichkeit kurz unterhalb des Gipfels. Dazu noch die Empfehlung eines erfahrenen Bergfexen »Da muss man mal gewesen sein!« – was will ich mehr?

Wir starten im wahrsten Sinne des Wortes beschwingt mit dem Aufstieg. Wen mag es wundern, schließlich musste ja zur Feier des Tages erst mal eine Flasche Sekt geleert werden. Die Beliebtheit dieses Aussichtsberges zeigte sich schon bei der Parkplatzsuche. Je höher wir kommen, desto mehr mutet der Weg an wie eine Autobahn mit zu hohem Verkehrsaufkommen. Familien, französische Touristen, Münchner Sonntagsausflügler und wir – alle unterwegs. Wir lassen uns aber durch das eher gemächliche Vorankommen nicht die Sektlaune verderben und ich glaube, unseren beiden Wander-Newbies ist es eigentlich ganz recht so.

Logischerweise gehört uns auch der Gipfel nicht alleine. Auf dem gesamten Plateau haben sich Wanderer niedergelassen, packen ihre Brotzeit aus, machen Fotos – oder genießen einfach nur die malerische Aussicht. Im Norden blickt man vom nahen Kochelsee bis zum bayerischen Fünfseenland. Auf der anderen Seite glitzert der Walchensee in der Sonne und in der Ferne ist sogar die Zugspitze zu erkennen. Auch wir lassen uns von der fantastischen Fernsicht fesseln und vergessen darüber fast die Zeit. Ein paar Minuten bleiben noch für ein Gipfel-Geburtstagsständchen, doch dann ruft auch schon eine kühle Erfrischung auf der Jochalm.

Der Abstieg ist wegetechnisch nicht ganz so spannend wir der Aufstieg. Einige Stellen sind ziemlich schottrig, was sogar zu der ein oder anderen Rutschpartie führt. Trotzdem kommen wir alle wohlbehalten im Tal an und werden von einem Walchensee in atemberaubender Abendstimmung erwartet. Bei dem Anblick überrascht es mich nicht, dass sich um diesen verträumten See die wohl bekannteste Sage im bayerischen Oberland rankt:

Ein riesiger Fisch, ein Waller, so erzählen sich die Leute, hause auf dem Grund des Gewässers, südlich von München. Und – mit dem sei nicht zu spaßen. Ein junger Bursche, der als Taucher den See hätte ergründen wollen, sei ihm einst begegnet, dem riesigen Fisch mit einem weit aufgerissenen Rachen. Und ein Bauer aus Sachenbach beschrieb ihn 1855 als »riesiges Tier mit rollenden Augen, so groß wie Feuerräder«. Eine Art bayerische Nessy also. Die Leute waren davon überzeugt, dass dieser Waller sich in den Schwanz beiße und so den Kesselberg umspanne. Würden die Bewohner des Oberlandes vom Glauben abfallen, so ließe der Fisch los und die ganze Gegend bis hin zur Landeshauptstadt würde in den Fluten des Walchensees versinken. Die Sorge, sich den Zorn des Seeungeheuers zuzuziehen war groß, von 1450 bis 1805 wurde täglich in einer Gruftkapelle eine Messe gelesen, um Schlimmes zu verhindern. Zudem soll regelmäßig ein Mann durch München geritten sein, der das Volk ermahnte, für den Waller zu beten. (Quelle: wissen.de)

An diesem Abend bleibt der Waller glücklicherweise ruhig und wir können ungehindert und ohne Überschwemmung die Heimreise antreten. Danke an dieser Stelle nochmal an alle, die diesen Tag zu etwas ganz Besonderem für mich gemacht haben!

ERKENNTNIS DES TAGES
Do more of what makes you happy.

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