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Soll ich’s wirklich machen, oder lass ich’s lieber sein. Blau, ähh rot, ich mein‘ schwarz!

Wie wir auf die Idee kamen, den Guffert zu besteigen? Nun, von der Benediktenwand aus sah dieser alleinstehende, pyramidenförmige Gipfel des österreichischen Rofangebirges so beeindruckend aus, dass wir ihn kurzerhand zum nächsten Ziel erklärten.

Die Tour wird nicht einfach, das war uns klar. Beschrieben als schwarze, also schwere, Route mit ordentlich Höhenmetern auf verhältnismäßig wenig Gehzeit und einigen „pfiffigen“ Kraxelpassagen – hier ist voller Körpereinsatz, Trittsicherheit und Technik gefragt. Aber hey, die Aussicht auf einen stilechten Gipfelespresso ist Ansporn genug, unseren inneren Schweinehund zu überwinden und uns zwischen Fichten, Latschen, Felsen und Schneefeldern Höhenmeter für Höhenmeter aufwärts zu kämpfen.

Ich bereue es keine Minute: Der Weg ist der abwechslungsreichste und aufregendste, den ich bisher erleben durfte! Selbst die kurzen Anflüge von Höhenangst sind schnell überwunden. Was habe ich beim Klettern gelernt? Immer schön auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen und bloß nicht in die Ferne blicken. Hilft!

Ergänzend zum Espresso, der so manche Neider hervorruft, gibt es oben angekommen natürlich auch ein Stamperl „Alte Marille“ –  kind of natural doping. Das können wir gut gebrauchen, der Abstieg ist kein Zuckerschlecken. Doch wir bleiben tapfer und lassen uns von einem, zwischen Schnee und Fels eingklemmten Bein ebensowenig aufhalten, wie von einem steif gewordenen Salamander, den wir vor dem Erfrieren retten.

Die Abendsonne begleitet unseren Weg nach unten. Am Ende des Tages steht nur noch eine, nicht ganz ernst gemeinte, Frage im Raum: Was kommt eigentlich nach schwarz?

ERKENNTNIS DES TAGES
Eng geschnürte Schuhe beugen zwar Blasen vor, verursachen aber taube Zehen.

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